Presse

Die Wahrheit über Wasserkraft

Degenerativ statt regenerativ!

Die Form der Wasserkraftnutzung in Bayern hat sich im Lauf der Zeit extrem
gewandelt, Klappernde Mühlräder sind in gut 120 Jahren einer intensiven
Energieausbeute gewichen. Hoch technisierte Industrieanlagen – ausgelegt
für eine maximale Leistung nach ökonomischen Maßgaben – prägen heute
das Bild.

Bayerns Flüsse und Bäche, seit jeher kraftspendende Lebensadern unserer
Heimat, die Natur- ebenso wie Kulturräume beleben und vernetzen, stehen
vor dern Kollaps. Nicht nur an Strömen wie Donau, Inn oder Lech, sondern
selbst an kleinsten Bächen finden sich wahre Bollwerke, die das Gewässer
zerstückeln und seine vitalisierende Kraft zunichte machen.

Hinter verheißungsvollen Werbeslogans, die Wasserkraft als „Ökostrom“ anpreisen,
verbergen sich Gefahren, die dem Strumkunden verschwiegen oder
bagatellisiert werden. Längst hat die Wasserkraft mehr zerstört, als sie an
„ökologisehen Vorteilen“ erbringt. Das betrifft sowohl lebendige Flüsse und
Bäche mit ihren Auen, wie auch Teile der bayerischen Kultur.

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Pressemitteilung 14.03.2011

Presse-2011-03-Rote-Leitzach
Pressemitteilung zum 14.03.2011

Internationaler Aktionstag für Flüsse, Wasser und Leben am 14. März Mangfall-Allianz in Sorge wegen Niedrigwasser in den Flüssen Rettungsaktion des Bezirksfischereivereins.

Die Organisation „International Rivers“ ruft für den 14. März zu einem internationalen „Aktionstag gegen Dämme und für Flüsse, Wasser und Leben“ auf. Für die Mangfall-Allianz ist dieser Tag ein Anlass, die Öffentlichkeit auf den aktuellen Zustand unserer Fließgewässer aufmerksam zu machen.

Momentan fallen die Restwasserstrecken in Mangfall, Schlierach und Leitzach teilweise wieder trocken mit fatalen Folgen für die Lebewesen darin. Wie schon so oft muss der Bezirksfischereiverein mit einer Rettungsaktion Fische und andere Lebewesen bergen, um das Schlimmste zu verhindern.

Dabei wurden aus den Restwasserstrecken an der Schlierach folgende Arten
geborgen: 380 Stck Bach- und Regenbogenforellen, 170 Stck Koppen, 121 Stck Aitel, 2 Barsche, 1 Saibling, 7 Edelkrebse sowie 3 Karpfen.
Die Fische wurden ohne Verluste in das Hauptgewässer umgesetzt.

Die Mangfall-Allianz setzt sich für eine ausreichende Erhöhung der Restwassermengen in der Mangfall und ihren Nebengewässern ein, damit den Wasserlebewesen ein dauerhaftes Überleben auch ohne Hilfsmaßnahmen gesichert wird.

Anlass zur Gründung der Mangfall-Allianz war das Wasserrechtsverfahren zum Weiterbetrieb des Pumpspeicherkraftwerks Leitzachwerk I. Hierbei hatte die Mangfall-Allianz gewässerökologische Untersuchungen gefordert, auf deren Grundlage die Restwassermengen neu festgelegt werden sollten.

Als erster Teilerfolg ist zu sehen, daß das Landratsamt Miesbach den Weiterbetrieb des Leitzachwerkes auf zunächst zwei Jahre befristet hat.
In diesem Zeitraum sollen die Restwassermengen neben der Leitzach auch in Mangfall und Schlierach untersucht werden.

Die Mangfall-Allianz fordert nun, dass die gewässerökologischen Untersuchungen in das Wasserrechtsverfahren eingehen und damit eine weitere Beteiligung der anerkannten Naturschutzverbände ermöglicht wird.
Die Allianz möchte daher weiter an einem bereits geplanten Erörterungstermin festhalten und schlägt der Behörde überdies vor, eine behörden- und verbandsübergreifende Planungsgruppe einzurichten – eine Vorgehensweise, die sich im Falle der Isar bereits bestens bewährt hat.

Ziel ist im gesamten Einzugsgebiet der Mangfall eine Renaturierung der
Fluss- und Bachlandschaften wo immer möglich und der Erhalt bzw. die Wiederherstellung freifließender Gewässerstrecken.

Verantwortlich:
Die Sprecher der Mangfall-Allianz – ein Zusammenschluss von 16 Verbänden

  • Dr. Gertrud Knopp / BN-Kreisgruppe Rosenheim
  • Stefan Moser / BFV Miesbach-Tegernsee e.V.
  • Lotte Pichler / DAV Leitzachtal